My own jewellery label and bachelor thesis : what I’ve been working on

So eine Bachelorarbeit kann einen arbeitstechnisch echt umhauen! Heute zeige ich euch endlich mal, für welches kreative Projekt ich wie vom Erdboden verschluckt war und alle meine sozialen Kontakte habe verkrüppeln lassen. *Irony off*
DE 🇩🇪EN 🇬🇧
Vier Jahre Mode-und Designmanagement Studium an der Akademie für Mode und Design – kurz AMD – in Berlin beenden sich leider nicht von alleine. Die Bachelorarbeit ist sicher für viele eine Qual, dabei kann man sie als Möglichkeit nutzen, sich intensiv in ein interessantes Thema einzuarbeiten, welches einen persönlich oder beruflich voranbringt. Ich stelle euch hier einmal vor, woran ich all die Monate gearbeitet habe – vielleicht hilft euch das sogar, sollte bei euch selbst bald eine Bachelorarbeit anstehen!

Für mich war klar: Ich mache etwas Kreatives. Die meisten Modemanager wählen eher theoretische Themen, aber ich designe lieber und bin nicht so der größte Theoretiker. In meiner Bachelorarbeit habe ich das Corporate Design für ein Schmucklabel entwickelt, welches ich mir eigens für die Abschlussarbeit ausgedacht habe. Ich habe praktisch mein eigenes Label erschaffen und mir ein extrem ungewöhnliches Arbeitsmaterial ausgesucht: Beton. Mein Label ist ein Betonschmucklabel.

 photo bachelor-thesis-corporate-design-fashion-shoot-5_zps6emb7gep.jpg
 photo bachelor-shooting_zpsgd2g5msx.jpg

Der Inhalt 

Im Detail heißt das: Erst habe ich einen analytischen Teil geschrieben, der sich mit der fast philosophischen und sehr geschichtlichen Fragestellung auseinandersetzt, warum Menschen überhaupt Schmuck tragen. Welche Funktionen erfüllt Schmuck klassisch und wie haben sich die verändert? Seit wann gibt es Schmuck? Das für mich selbst zu erfahren, war super interessant. Schmuck erfüllt nämlich viele soziale Funktionen und hängt nicht nur zufällig seit Tausenden von Jahren jedem einzelnen Volk dieser Erde um Hälse, an Ohren, Fingern oder Armen. Relevant war diese Fragestellung für mich, da man sich auf den ersten Blick fragen könnte: Wer zur Hölle möchte denn Beton tragen? Beton ist nicht selten oder edel oder hochwertig, ist kein Statussymbol oder klassisch wie die Kette deiner Oma. Stellt sich das nicht den ursprünglichen Funktionen von Schmuck komplett entgegen? Ich kam zu einem klaren Nein. Kurz gesagt erfüllt Schmuck heutzutage die Funktion der Identitätsgestaltung und verschiedene Veränderungen in der Gesellschaft und der Werbung haben dazu geführt, dass auch oder gerade alternative und günstigere Materialen bevorzugt werden, solange etwa das Markenimage stimmt.

Ich habe eine Trendanalyse zum Thema Beton verfasst, den es schon seit den Römern gibt und der uns in Form von Sichtbeton und Inneinrichtungs-Akzenten immer näher kommt. Das Zwischenfazit? Beton ist purer Zeitgeist! Dann erst begann der kreative Teil, in dem ich meine komplette Labelidentität beschreibe. Was genau ist die Idee und der Stil, was macht das Label besonders? Welche Werte vertritt das Label? Wer ist die Zielgruppe? Die Wettbewerber? Das alles. Im Endeffekt hat man schon Monate lang an der Bachelorarbeit geschrieben und ist immer noch nicht zur eigentlichen Fragestellung in der These durchgedrungen: Dem Corporate Design. Das Corporate Design baut nämlich auf all dem auf, resultiert praktisch daraus. Das Corporate Design ist das gesamte äußere Erscheinungsbild des Labels, inklusive Logo, Namensfindung, Webdesign, Farbwelten, Visitenkarten und Stationery (Briefschaft) und und und. Die ganze Identität des Labels soll sich darin wiederspiegeln. In diesem Teil konnte ich mich kreativ so richtig austoben. 

 

Besonders wichtig war es Prototypen herzustellen. Das habe ich tatsächlich in Heimarbeit Zuhause gemacht und dafür eine eigene Methode entwickelt, wie man kleine, individuelle Betonformen herstellen kann. Ich saß da wochenlang dran, weil ich noch nie im Leben mit Beton gearbeitet habe. Parallel habe ich damit angefangen das Shooting zu organisieren. So Prototypen müssen schließlich in Szene gesetzt werden. Ich habe in einem Forum zwei vom Typ her perfekt passende Agenturmodels gefunden, die so begeistert waren von meiner Idee, dass sie das für ihr Portfolio machen wollten und sogar extra mehrere Stunden nach Berlin angereist sind. Die Fotos hat eine wundervolle Fotografin geschossen, mit der ich schon öfters Projekte umgesetzt habe: Franzi Baur. Als Location habe ich mir das Apartment eines Kumpel gekrallt, der eine extrem stylische Wohnung direkt gegenüber vom Fernsehturm besitzt, inklusive Fensterfront und – ganz wichtig – großer Betonwand im Wohnzimmer. Die beiden Models – ein Pärchen übrigens – waren so großartig! (Ihr findet Franzi und Nils auch auf Instagram.) Ich hatte unfassbares Glück, dass for free so viele Leute mitgeholfen haben. Hier gibt’s einen kurzen Eindruck vom Shoot.


 photo bachelor-thesis-corporate-design-fashion-shoot-2_zpsywynqj0p.jpg

 photo bachelor-thesis-corporate-design-fashion-shoot-7_zpsydylpjnr.png

Die Fotos habe ich selbst bearbeitet und angepasst, damit sie haargenau in mein Konzept passen. Verwendet habe ich sie überall im Corporate Design. Franzi selbst hat ihre eigenen Versionen erstellt, die ich euch in einem anderen Post auch noch vorstellen werde. Da werde ich dann auch noch eher auf die Labelidentität eingehen und was ich mir dabei so alles gedacht habe. Sonst sprenge ich hier den Rahmen :D 

//Update: Lest hier mehr über die Idee hinter dem Label.

 

Und jetzt?

Ich war am Maximum der Seiten- und Zeichenanzahl angelangt und fühlte mich am Ende nichts als ausgelaugt. Der Druck ist nicht so gelaufen, wie ich es mir gewünscht habe, was technische Probleme verursachten. Anscheinend sehen alle Farben auf anderen Bildschirmen viel kontrastreicher und dunkler aus (Alptraum!). Beim Logo angefangen, hätte ich so vieles inzwischen anders gemacht. Als man mir im Copyshop meine vier Exemplare überreichte, habe ich mich gefühlt wie eine Mutter nach einer schweren Geburt, die gerade ihre leider behinderten Vierlinge gegen die Brust gedrückt bekommt. Ich sah die Arbeiten mitleidig an, war aber trotzdem stolz und liebte das Ergebnis.

Meinen Dozenten dagegen hat meine Bachelorarbeit sehr gut gefallen. Vor allem mochten sie meine kreative Leistung, die angeblich “außergewöhnlich” war. Wohoo! Ich habe das so gar nicht erwartet. Wenn es nach denen geht, soll ich das Label unbedingt in die Tat umsetzen. Wahrscheinlich wird es ein eher kleiner Rahmen, wie ein Etsy oder DaWanda Shop, da eine “richtige” Labelgründung jahrelange harte Arbeit bedeuten würde und ich jedes andere Projekt an den Nagel hängen müsste. Tatsächlich kann man diese bescheidene Umsetzung bei meinen Ideen aber sehr gut machen. Ich habe mir etwas mit bodenständiger und einfacher Produktion überlegt. Manche Kommilitonen hatten Ideen für Labels, die zuerst finanzstarke Investoren benötigen, sonst könnte man sie nicht umsetzen. Bei mir ist das nichts so. Na mal sehen, was daraus wird – erst einmal habe ich mir ein paar Wochen Ruhe gegönnt. 

Four years of studying fashion and design management at the Academy Of Fashion And Design in Berlin don’t simply end on their own. The bachelor thesis might mean a lot of suffering and pulling your hair out, but it’s also a great chance to teach yourself something new. It was pretty clear to me that I’d have to do something creative. Most of the managers usually write theoretical work, but I’m not that much into it. So I decided to create the corporate design of a jewellery label – MY jewellery label! I made that up for the bachelor thesis. So I basically created a label just for my thesis and picked an extremely uncommon material: concrete. My label is a concrete jewellery label.

 

The content

In detail, this means that I started with a theoretical part (ugh! I had to) and answered the almost philosophical question why people wear jewellery. Which functions does jewellery have? Since when are we wearing it? It was very interesting to find that out, actually! Jewellery has a lot of social functions and it’s no coincidence that every nation or tribe on this planet is wearing jewellery since thousands of years. Those questions were relevant because at first sight you might ask: Who the hell would wear concrete jewellery? It isn’t rare or precious, no status symbol or as classy as your grandma’s gold necklace. Doesn’t concrete contradict the usual functions of jewellery? I came to a “No”. In short jewellery today is used to shape and express your identity. Many changes in the society, industry and in advertising lead to the usage of alternative or cheaper materials, which can be preferred if the label image is right.

I did trend research about concrete, which started with the Romans and became more popular with exposed concrete in today’s architecture. Then started the creative part, where I created the whole label identity. What’s the idea? The style? What makes the label special? Who is the target group and who are the competitors? That kind of stuff. You basically write several months and still don’t even start answering the title of the thesis, which is about corporate design. The corporate design builds up on all that I wrote before. It’s the whole appearance of the label, including the logo, webdesign, name, colours, stationery and so on. The whole identity of the label has to be expressed through this. I got wild in the creative part, it was actually a lot of fun.

 

Creating prototypes was really important. I did that at home and developed my very own method to build tiny custom moulds for the concrete. It took me weeks because I had never worked with concrete before. I also started organizing the photoshoot, since the prototypes needed to be shot nicely. I planned the whole thing, the models, the styling, the make-up, the location.. It was a lot of work. Through a forum I found exactly the kind of models I was looking for. They were both agency models but they loved my idea and did it for their portfolio, even travelled to Berlin for the shoot. The photographer was super talented Franzi Baur. I even got the most amazing apartment to use as shooting location from a friend. Directly at the Television tower, the super stylish flat featured a big wall of concrete, which was beyond perfect. You can find both models – a couple by the way – on Instagram: Franzi and Nils. I was so lucky to get this team together! You can get a little impression from the shoot right here.

 

I edited the pictures myself to completely match my ideas but Franzi made her own versions. I’m showing you hers soon, along with more details about the label identity. It would be a bit much for one post :D 

//Update: Read more about the label and all my ideas here.

 

What now?

I wrote the maximum of pages and characters and was extremely stressed at the end of the thesis. The printing didn’t go as planned, mostly because of technical issues. Turned out all colours look different on other screens than my own – a nightmare! And I would have changed a million things, starting with the logo. When they finally handed me my four copies of the thesis at the copy shop, I felt like a mother after tough delivery. One, who is being handed her sadly disabled quadruplets. I looked at my work with a mix of pity, pride and love. 

My docents really liked what I had created. Most of all my creative ideas, which they called “outstanding”. Wohoo! I didn’t see that coming, to be honest. Now they want me to actually create the label, to not let that idea go to waste. I might do that as a very small version, like a DaWanda or Etsy shop but not a “real” label. That would mean years of work and I wouldn’t have time for any other project anymore. But first of all I took a few weeks off to relax and calm down. It was beyond neccessary!

Tags from the story
, ,
More from Malin Rouge

3 tolle Ideen für (fast) konsumfreie Last Minute Weihnachtsgeschenke

Wer noch immer nicht alle Geschenke besorgt hat, kann teilweise sogar noch...
Read More

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *