Über große Philosophen, mein OOTD und wie man Zitronenlimo macht // Sunday Thoughts

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Hä was? Gedanken zum wilden Themen-Mischmasch auf Modeblogs, denn Bilder und Text passen nicht immer zusammen. Wie sinnvoll ist es, über das eine zu schreiben und seine Fashion Fotografie wie nebenbei zu zeigen?

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Das Jahr 2009: Ich scrolle durch Lookbook, die größte Plattform für Blogger, um ihre Streetstyles zu zeigen. Vor Instagram war die Seite ganz groß, Blogger wie Chiara Ferragni – damals noch ein Niemand – posteten ihre ersten Looks dort. Und ich ließ mich von ihnen inspirieren. Am meisten liebte ich eine Bloggerin namens Bebe Zeva, die einen Modeblog hatte, bevor es cool war einen Modeblog zu haben. In der grauen Vorzeit des Fashionblogger Bizz sah es noch ganz anders aus in der Bloggerlandschaft. Bebes erfolgreicher Blogspot Blog Fated to be hated war so ungeschliffen, dass man ihn heutzutage eher weniger ernst nehmen würde. Aber genau da lag der Reiz, schon damals. Ihr Konzept? Einfache Bilder ihrer crazy Outfits, immer bei sich Zuhause vor ihrem Sofa in Las Vegas fotografiert. So gut wie kein Blogdesign, simple Website mit schwarzem Hintergrund. Dazu schrieb sie poetische und nachdenkliche Zeilen, die mich jedes Mal berührt haben. Einen Bezug zu den Bildern gab es nie.

Texte zu Outfits sind langweilig

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Wollt ihr, liebe Leser, wirklich das Gebrabbel über die x-te neue Jeans lesen? Texte zu Outfits sind oft unfassbar belanglos. Ihr seht das Outfit ja, warum sollen sich Blogger dann quälen, ihre empfohlene Mindestanzahl von 300 Wörtern darüber vollzukriegen? Das erinnert mich jedes Mal an diese schlechten Aufsätze in meiner Schulzeit, als ich Texte mühsam strecken musste, um die Mindestzahl an Zeichen zu erzielen. „Effies Kette. Die Kette, die Effie gehörte. Effie besaß eine Kette.“ Klar, manchmal gibt es schon interessante oder witzige Anekdoten zu Outfits, aber meistens eben nicht. 

 

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Müssen Bilder und Text zusammenpassen?

Schönen Bildern fehlt ein bedeutungsvoller Text und einem bedeutungsvollen Text fehlen schöne Bilder. Hört sich das nicht nach Topf und Deckel an? Auf diesen Artikel meiner Sunday Thoughts Reihe haben viele verwirrt reagiert. Ich schreibe davon, dass Leser keine Freunde sind und zeige gleichzeitig Outfitbilder von mir auf Bahnschienen. Vielleicht berechtigt, reagierten einige mit einem „Hä?“. Dabei ist es ein Konzept, das ich nicht nur aus der Blogger Steinzeit und von Bebe Zeva kenne. Immer öfter fällt mir bei diversen Modeblogs auf, dass Streetstyles eher beiläufig zu Texten mit starker Aussage gezeigt werden. Im besten Fall lehnen sich die Bilder etwas an das entsprechende Thema an – bei meinem Artikel über die Macken der Berliner haben meine Streetstyle Fotos ja auch niemanden gestört, weil sie in der Berliner U-Bahn geschossen wurden. Auch ist es schön, wenn die Fotografie die Mood unterstützt,welche vom Text ausgeht. Nachdenklicher Text, verträumte Bilder. Vielleicht ist das der Idealfall, aber mir persönlich, in der Rolle der Blogleserin anderer Blogs, gefällt auch der Mix: Wenn inspirierende Bilder von einem thematisch ganz unterschiedlichen, aber sehr interessanten Text begleitet werden.

Existenzielle Gedanken und Glitzer High Heels – Warum eigentlich nicht?

Ich habe mich entschlossen, selbst weiter in diese Richtung zu gehen. Denn ich schreibe gerne über meine Gedanken und Erfahrungen, welche sich auch bestimmt spannender lesen als jede Outfitbeschreibung. Spark&Bark soll persönlicher und bewegender werden, aber dennoch ein Fashion Blog bleiben. Welche Bilder soll man schon zu einem Artikel posten, in dem es um Blogleser geht? Ohne starke visuelle Reize sind Blogs doch langweiliger.

Outfitposts sind tot

Vielleicht hat das alte Konzept der Fashionblogs auch verspielt: Das Konzept, bei dem reine Outfit-Fotos gepostet werden und diese der alleinige Inhalt des Beitrags sind. Keine Trend Analyse, nicht einmal eine Wishlist, sondern pure OOTD Bilder. Denn die gibt es jetzt auf Instagam. Instagram ist die neue Quelle der visuellen Inspiration und Blogs müssen inzwischen etwas mehr bieten als nur das. Wer einen Beitrag anklickt, möchte etwas lesen. Und zwar sicher nicht meinen Shoppingbericht über den supi tollen Mädelstag mit Sandra und Hanna. 

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Das cropped „Dogtown“ Sweatshirt von The Ragged Priest bekommt ihr hier. Außerdem habe ich mal weißen Eyeliner getestet. Die Nikes sind Vintage.

 

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Mehr von Raes wunderschöner Fotografie: @RaeTilly

 

Um euch nicht komplett dem Click Bait auszusetzen und auf den Titel zurückzukommen: Über große Philosophen lest ihr hier, mein OOTD seht ihr ja und Zitronenlimo macht man aus Zitronen, Zucker und Wasser. Bisschen Ingwer, wenn ihr fancy seid. Bitte sehr.


Mich würde eure Meinung interessieren: Lest ihr gerne Texte über Outfits? Wie findet ihr nachdenkliche Texte zu Fashion Fotografie?

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15 Comments

  • I commented on this recently. Lookbook and blogs are just not the same anymore. I’ve stopped following a lot of bloggers and gone to IG because all they do is post a million pics of their outfit without text. IG is great for that so I pick and choose who to follow on blog and who to follow on IG

  • Ich lese auch lieber persönliche Texte als typische Outfitposts. Ich finde es viel interessanter über bestimmte Themen und Gedanken zu lesen und daraus dann auch einen Mehrwert zu ziehen. Ich finde es schön, wenn Fotos und Text irgendwie zusammenpassen, beispielsweise von der Stimmung, finde es aber kein Muss.

    Liebe Grüße, Isabelle
    https://lapetitelune.de/

    • Haha, ja sie kannten damals bestimmt viele. Ich hätte es ja ganz gerne, wenn Blogger wie sie – und sie selbst natürlich – jetzt noch mit solchen Konzepten groß wären. Das ist so viel origineller. Bloß nicht so massentauglich…

  • ich finde texte sehr spannend, wenn sie gut geschrieben sind … aber ich denke, viele sind daran nicht interessiert. das merke ich unter anderem daran, dass nur auf meine bilder eingegangen wird und nicht an die fragen, die ich im text stelle. ist etwas unbefriedigend, aber ich werde damit dennoch nicht aufhören.

    lookbook mag ich immernoch, auch wenn es natürlich etwas abgeflaut ist.
    ich mag maffasshion sehr. wusste gar nicht, dass chiara dort ihre ersten posts geschaltet hat!!

    liebe grüße
    dahi von strangeness-and-charms.com

    • Also bei mir haben die Posts mit Gedanken immer am meisten Kommentare – daran habe ich auch gemerkt, wo die Interessen liegen. Vielleicht ist da jeder Blog anders, hat ja jeder so sein Konzept

      Liebe Grüße,
      Malin

  • Ich lese eigentlich keine Fashionblogs, aber deine Beiträge fesseln mich so, dass ich wirklich vom ersten bis zum letzten Wort lese. Ich stimme dir zu, für die reine visuelle Inspiration hat man heutzutage halt Instagram. Auf einem Blog ist Platz für ausschweifende Gedanken oder auch Informationen, die sich mit ein paar Bildern und wenigen Zeilen nicht ausdrücken lassen. Daher gerne mehr solcher Beiträge!

    Liebe Grüße,
    Diana

  • Vielleicht hast du recht! Seit Insta so fett geworden ist, hat sich die Blogsache geändert. Ich lese nach wie vor super gerne Blogs, und bei geilen Outfitposts mit tollen Bildern lese ich oft den Text gar nicht – wenn er eben nur die Outfits beschreibt.
    Ich persönlich schreibe schon immer ein paar Zeilen zum Look dazu, aber eher die Geschichten, die ich mit diesen Klamotten verbinde. Denn was ich trage, können die Leute ja auch ohne Text erkennen.
    Ich finde dein Konzept gut
    Und cooler Look!!
    lg
    Esra

    http://nachgesternistvormorgen.de

    • Vielen Dank :)) Genau, ich lese Blogs natürlich auch immer noch super gerne, aber alles ist ja im ständigen Wandel und man muss sich in jeder Hinsicht dauernd anpassen. So wie du mache ich es auch oft, ein paar Zeilen schreibe ich meistens dazu.. zum Abrunden.

      Liebe Grüße,
      Malin

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