Why I nearly lost my mind in 2015 and why I will start blogging again

Das Jahr 2015 war das intensivste meines Lebens und ein Todesfall hat alles verändert. Im letzten Jahr habe ich Asien für mich entdeckt und zugleich meine Freiheit und Unabhängigkeit, als ich mit Rucksack durch insgesamt 7 Länder gereist bin und 3 Monate ein eigenes Apartment in Bangkok hatte. Meine persönliche Entwicklung war enorm, ich habe so viel an mir und der Welt entdeckt, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Als im Sommer mein bester Freund/ Exfreund an Krebs gestorben ist, hat mich das aus der Bahn geworfen. Ich möchte und kann darauf gar nicht näher eingehen, weil es zu tief ging, ich nicht wüsste, wo ich anfangen und aufhören sollte und es zudem Andere gar nichts angeht. Er war der wichtigste Mensch in meinem Leben. Seitdem habe ich aufgehört zu bloggen. Da ich mich immer noch im Mode Management Studium befinde, gingen gleich danach die Klausuren los, gefolgt von der Festivalsaison. Ich habe versucht, mich in alles so sehr wie nur möglich reinzustürzen.


2015 war ein Jahr voller verrückter Clubabende, die in Clubtage übergingen, voller Techno und unvergesslicher Erfahrungen mit meinen Freunden. Es war aber eben auch das härteste in meinem bisherigen Leben.

Zusammen mit dem ganzen Reisen hat es sich eher wie 5 Jahre in einem angefühlt, so viel ist passiert. Bangkok war ein Katalysator für meine persönliche Entwicklung. Dort habe ich als Stylistin zusammen mit Models gearbeitet. Im Fotostudio habe ich mich oft gefragt, ob wir hier vielleicht bei Zoolander sind und warum alle Vorurteile eigentlich wahr sind.

Erst war Bangkok diese verrückte, fremde Stadt voller Tempel, Rotlicht-Bezirke, Hochhäuser, Hütten, Streetfood-Stände, Clubs, Mönche und Touristen. Nach und nach wurde es mein zweites Zuhause. Ich bin dort in Pools eingebrochen, auf Dächer geklettert, habe Skorpione gegessen und das Songkran Fest erlebt, was eine riesige Wasserschlacht ist.

 

 

Eines Tages war mir danach, einfach meine Sachen zu packen
und einen Flug nach Hanoi, Vietnam zu buchen. Von da aus ging es nach Chiang
Mai in Thailand, dann runter nach Kuala Lumpur in Malaysia, bis ich schließlich
eine Freundin in Bangkok abgeholt habe und es gemeinsam nach Kambodscha und
Myanmar ging. Es war Reisen im Turbodurchlauf, aber ich bereue davon nichts. Ich
werde immer die Erinnerung daran haben, wie ich mir selbst alleine im Zentrum
von Hanoi beigebracht habe, wie man einen Scooter fährt, obwohl ich nicht
einmal einen Führerschein besitze. Damit bin ich zu einem Dorf auf dem Land
gefahren, wo es im Boot weiter zu Tempeln in den Hügeln ging und mir wurde von
zwei Vietnamesinnen gezeigt, wie man die Götter anbetet.

 

Toll war auch, als ich in Malaysia um 1 Uhr nachts alleine per Anhalter fuhr (Kinder, nicht Zuhause nachmachen!), spontan auf dem Weg zu einer Party mitgenommen wurde und dann for free in einer Herberge in den Bergen schlafen durfte. Am nächsten Tag konnten dann ich und ein Gast, der auch nur über Umwege dorthin gefunden hatte, uns das Motorrad des Besitzers leihen und in den Cameron Highlands rumcruisen. Als ich dann am nächsten Tag wieder gehen musste, gab es spontan eine kleine Party und 8 Leute brachten mich zum Bahnhof. So viele haben mich nicht einmal in Deutschland zum Flughafen gebracht.

 

Mal bin ich mit Freundinnen gereist, die aus Berlin angeflogen kamen, dann war ich wieder alleine unterwegs oder mit Menschen, die ich spontan kennengelernt habe. Wirklich allein ist man beim Backpacken ja nie. Ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass die besten Storys entstehen können, wenn man für sich reist und sein eigenes Ding macht.

 

Bald landete ich auf Ko Phi Phi, dem Ballermann von Thailand. Fragt mich nicht warum, aber ich habe mich in diese Insel verliebt. Nach einer Woche musste ich mich wieder trennen und ich dachte mir: Ich komme mit mehr Zeit wieder. Die Idee war, bald 5 Monate auf dieser Insel zu verbringen und dort zu arbeiten. Ich kam zurück, nachdem
ich mit einer Freundin einen Monat durch Malaysia, inklusive Borneo, gereist bin. Ich arbeitete in einer Strandbar/ Club wo ich halb in Alkohol bezahlt wurde. Nicht für das Arbeiten als Barkeeper, sondern zum Tanzen und Stimmung machen. Es war überhaupt nicht der Stil, in dem ich sonst Feiern gehe, noch die Musik. Es dauerte etwa 3 Tage und mir wurde klar, dass ich Ko Phi Phi nicht mag. Alle haben mich eh gefragt, was ich da suche. Irgendwie blieb ich noch weitere 3 Wochen, bis ich alles abgrundtief hasste: Die betrunkenen Idioten, die verächtlich unfreundlichen Locals (Richtig übel nehmen kann man das denen aber nicht..) und den ganzen Dreck, mit dem die Touristen die eigentlich paradiesische Insel kaputt machen. Jeder, der dort länger bleibt, hat ernsthafte Probleme und die meisten sind Alkoholiker. Es gehört zum Job, 3 Buckets und ebenso viel oder mehr Bier zu trinken, den ganzen Tag über, jeden Tag. Wenn man gerade etwas vergessen möchte, ist das so praktisch wie auch selbstzerstörerisch. Davon wollte ich kein Teil sein.

 

Mit einem Kumpel, den ich in unserer Holzhütte am Kinabalu Berg auf Borneo kennengelernt habe, traf ich mich in Railay, einem verrückten Paradies zwischen Kalkstein Klippen und Dschungel. Dort kann man so schöne Sachen machen, wie über dem Meer bis zu 15 Meter an Felswänden hochklettern – ohne Ausrüstung – und sich von dort dann ins tiefe Wasser fallen lassen. Oder man hängt bei Vollmond am Strand ab und trinkt Shakes.

Mir wurde von Ubud erzählt, einem Ort in der Mitte von Bali und ich musste nicht lange überlegen – zurück nach Ko Phi Phi ging es nicht mehr und 2,5 Monate Bali standen spontan an. Ubud war das komplette Gegenteil von PP. Dort geht es um gesunde Ernährung und einen gesunden Geist. Es gibt kaum Partys, dafür viel Yoga und Meditation und die Stadt ist sehr kulturell bis spirituell. Noch dazu hat mich Bali umgehauen, selbst nach all den anderen Ländern, die ich in 2015 erkunden konnte. In etwa jedes Haus sieht aus wie ein Tempel und ich bin tief in die Kultur eingetaucht. Zum Beispiel wurde ich auf eine balinesische Bauernhochzeit eingeladen und habe bei der rituellen Schlachtung einer Ziege zugesehen. Bald saß ich täglich in einem Coworking Space neben dem Affenwald, habe an weiterbildenden Kursen teilgenommen und inspirierende Leute kennengelernt. All das hat zu einer massiven persönlichen Entwicklung geführt: Ich weiß jetzt, dass ich mich jobmäßig nicht mehr an einen Ort fesseln lassen möchte und lebe nun viel bewusster. Ubud hat mir den Schupps gegeben, den ich brauchte. An Orten wie Ko Phi Phi gibt sich doch jeder bloß auf, Ubud dagegen kann Balsam für die Seele sein und einem den Weg für die Zukunft weisen.

Deshalb möchte ich wieder anfangen zu bloggen, aber auf ganz andere Art und Weise als zuvor. Es gibt so viele
interessante Artikel, die ich schreiben möchte. Übers Reisen, über Themen wie Feminismus, Nachhaltigkeit in der Mode und ein gesundes Leben, aber auch viel Lustiges. Mode wird immer das Herzstück sein. Spark&Bark soll sich
verändern, aber erst einmal langsam. Neues Design, endlich mal eine eigene Domain und die Deutsche Sprache sind da nur der Anfang.


**English version**
The year 2015 was the most intense of my life and one death changed everything. Last year I discovered my freedom, my independence and how much I love Asia, when I backpacked through 7 countries. For 3 months I had my own apartment in Bangkok and I can’t even describe how much I developed. My best friend/ ex-boyfriend died of cancer in summer, which completely threw me off course. I can’t write more about it, as this was too deep, I wouldn’t know where to start and to stop and it isn’t other people’s business anyway. He was the most important person in my life and there are no words to describe the feeling of losing him. Since then I stopped blogging. I’m still studying fashion management and the exams were due shortly after, followed by the festival season. I tried to get my mind off things as much as possible. 2015 was a year full of crazy party nights turning into party days, full of techno and unforgettable memories. It actually felt like 5 years in 1. When I worked in Bangkok with models in a photostudio
as a stylist I often wondered if this still was real life or already Zoolander. One day I decided to pack my bags and fly
to Vietnam. Chiang Mai in Thailand and Kuala Lumpur in Malaysia followed shortly after, before I picked up a friend from Bangkok and we flew to Cambodia and Myanmar. It was travelling with warp speed, but I don’t regret any of that. I will always remember days like when I taught myself how to drive a scooter in the middle of Hanoi, even though I don’t even have a license. I drove to a village out in the countryside, where I was taken to temples in the mountains by boat. Two Vietnamese women showed me how to pray to the gods. Another great day was when I hitchhiked alone in Malaysia at 1am and was spontaneously taken to a birthday party and then got to stay for free in a guesthouse in the mountains. The owner gave me and another guest his own motorbike and we cruised through the Cameron Highlands with it. When I had to leave again, they organized a quick party and 8 people said goodbye at the bus station – those were more people than who brought me to the airport in Germany. I travelled alone or with friends but I have to say that you can experience the best stories when you dare to go alone.

 

Soon it took me to Ko Phi Phi: a little, weird party island in Thailand. Don’t ask me why, but I fell in love with this
place. I only had little time there and promised myself to return with more. After travelling through Malaysia, including Borneo, I returned and wanted to stay 5 months. I got myself a job at a beach club where they paid me half in alcohol. It really wasn’t the style or the music I usually like when I go out and it took 3 days until I figured out that I don’t like it. For some reason I still stayed there for another 3 weeks until I hated every single person on this island. The tourists were drunk idiots and the locals were the meanest I have ever met. People who stay there for a long time are likely alcoholics who want to run away from something. I didn’t want to be a part of that.

 

I met a friend in Railay and this place is a total paradise between limestone cliffs and jungle. Activities include
climbing mountain walls over the sea without any gear and simply jumping into the water after reaching a height of 15 meters. Otherwise you can hang out at the beach by fullmoon and drink a few shakes.

I heard about a place called Ubud in the middle of Bali and packed my bags: I decided to spend the next 2,5 months on Bali. Ubud was the complete opposite of PP: It’s all about a healthy mind and body. No parties, but lots of yoga, meditation and culture. Indonesia is stunning, it must be one of the most beautiful countries I have ever seen!
Nearly every house looks like a temple and culture and religion are amazingly interesting. I was invited to a Balinese wedding of the lowest case and watched the ritual killing of a goat. Soon I spent my days in a coworking space next to
the monkey forest, where I attended courses to teach me more about how to start a business. I met so many inspiring people in Ubud and it was pushing me in the right direction. My personal development was huge! Now I know, that I never want to be chained to a single place and started living and consuming with a more conscious mind.

 

There are so many interesting articles that I want to write! About travelling, feminism, sustainability in fashion and healthy living. But also a lot of funny stuff. Overall, Spark&Bark will slowly change and it will start with switching to German, finally getting my own domain and getting a new design.

 

 

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20 Comments

  • I am so sorry about your best friend. You are so strong in pushing forward and exploring new terrain. I can’t believe you did everything in 3 months! It was indeed warp speed but I’m sure the impact is just as strong, even stronger coz you had to squeeze in everything. I also loved Ubud! It was the biggest surprise when I went to Bali. And yes to not being chained to one place and start living and consuming consciously. Cheers and all the best, Malin!

    x Reg

    heyrocketgirl.com

    • Thank you So cool that you actually know Ubud, it’s the most beautiful and interesting place on whole Bali, right?! I actually spent 8 months in Asia, 3 at first, then another 5 after a few months back at home

  • Wow…what an incredible year you’ve had. I’m very sorry to hear about your loss. I can’t even imagine what it would be like to lose someone so close to me. You’re so brave to share that with us You totally didn't have to.

    Anyway, I just found your blog. I really like it! My friend actually just got back from Thailand and she loved it. It looks like a beautiful place…and I can't wait to visit it.

    Following you now on Bloglovin, Facebook, and Instagram (azucena_robledo).

    xo Azu

    http://www.raven-locks.blogspot.com

    • Thank you! Thailand is an amazing country and its so easily accessible. Plus you have the culture in the north, crazy Bangkok in the middle and the beaches in the south.. what more can you want I followed you too!

  • Wow, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, so viele Eindrücke *0*
    Erstmal finde ich es schön mal wieder von dir zu hören (lesen)! Und mein aufrichtiges Beileid! Ich finde es wirklich bewundernswert und mutig, dass du die Reise bewältigt hast. Es hört sich jedenfalls nach einem großen Abenteuer an und wie gern ich auch einfach meine Sachen packen und gehen würde, aber ich hab nicht den Mut allein durch die Welt zu reisen. T_T Die Bilder wecken aber ganz starkes Fernweh. Freue mich auf weitere Blogposts und auch auf die neuen Themen die hier dann kommen werden hihi

  • Danke sehr Man muss aber gar nicht so mutig sein, sondern einfach mal über den eigenen Schatten springen dann wird schon alles gut! Du würdest merken dass du dir komplett umsonst selbst Angst gemacht hast. Du könntest zuerst mal mit einer Freundin reisen oder dir ein Projekt suchen über workaway.com oder so, wo du dann fest Leute vor Ort hast und dich weiter wagen kannst nur wenn du willst. Go for it

  • Oh, da bin ich ja alleine beim Lesen schon mitgerissen! Ich habe großen Respekt vor Dir, was Du im letzten Jahr alles gemanaget und bewältigt hast, incl. dem Todesfall. Ich denke, manche Menschen wachsen in einem Leben nicht so sehr wie Du in diesem Jahr. Danke für diesen ehrlichen und tiefgreifenden Post.
    xx Rena
    PS: Danke für Deinen Comment, hast Du vielleicht Lust auf Folgen?
    http://www.dressedwithsoul.com

  • this is a beautiful post. you are so strong! and it’s so inspiring. thanks for sharing your story. your travels look gorgeous!
    Natalie Off Duty

  • You’re so amazing! I’ve stopped blogging for a year as i have some other reasons as well… but here, through your words, I found encouragement.
    Thank you and I wish you stay Strong and Healthy!!

    Stylekooky.me

    • I’m so happy to read that, thank you! I can only wish you the same.. and that you manage to overcome whatever you are battling with. You have a cool blog, would be worth starting again

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